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«Fehlsichtigkeit gilt nicht als Krankheit»

Er hat den Durchblick: Andreas Kelch, Dipl.-Ing. Augenoptik/Optometrie.

Wie funktioniert eine Brille?

Brillengläser korrigieren eine fehlerhafte Brechung des Lichts im Auge. Damit wir scharf sehen können, muss der Brennpunkt des Lichts genau auf der Netzhaut liegen. Bei Kurzsichtigkeit liegt er davor. Ein vorgelagertes konkaves Brillenglas zerstreut die Lichtstrahlen und verschiebt den Brennpunkt nach hinten auf die Netzhaut. Bei Weitsichtigkeit ist es umgekehrt: Konvexe Gläser verschieben den Brennpunkt weiter nach vorne.

Wie häufig sollte man seine Sehkraft testen lassen?

Bei auffälligen Sehproblemen sofort und ab 18 Jahren etwa alle zwei Jahre. Das Problem ist, dass wir oft zu spät realisieren, dass wir unter einer Sehschwäche leiden. Denn diese kommt schleichend, so dass wir lernen, mit ihr zu leben. Umso wichtiger wäre eine objektive Beurteilung durch einen Augenoptiker. Je früher Sehschwächen erkannt werden, desto besser kann man ihnen entgegenwirken. Fakt ist: Es bräuchten mehr Menschen eine Brille, als es Brillenträger gibt.

Verkaufen Sie mehr Brillen oder Kontaktlinsen?

Die Brille bleibt die wichtigste Sehhilfe. Selbst Menschen, die Kontaktlinsen beanspruchen, benötigen eine funktionstüchtige Brille. Schliesslich können die Augen auch mal gereizt sein, und dann braucht es einen verlässlichen Ersatz. In der Schweiz tragen 73 Prozent der Bevölkerung Brillen und davon 15 Prozent zusätzlich Kontaktlinsen, welche bei Sport und Freizeit gerne getragen werden.

Wer zahlt Sehhilfen?

Weil Fehlsichtigkeit nicht als Krankheit gilt, hat der Bundesrat 2011 Sehhilfen für Erwachsene aus der Grundversicherung gestrichen. Nur Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre werden mit bis zu 180 Franken pro Jahr unterstützt. Ansonsten zahlt der Kunde selbst – es sei denn, er hat eine entsprechende Zusatzversicherung.

Welche Trends gibt es im Brillengeschäft?

Ein Trend sind Brillengläser, die die Augen vor dem blauen Licht von Displays schützen. Zu viel blaues Licht reizt unsere Augen. Heute gibt es beschichtete Brillengläser, die das blaue Licht filtern und den Kontrast erhöhen.


Dieses Interview wurde geführt mit Andreas Kelch, Geschäftsführer bei Rösli Optik in Wetzikon.

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