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Das Prinzip Grundversicherung

Mit der AHV und der beruflichen Vorsorge ist die Grundversicherung die bedeutendste Sozialversicherung der Schweiz. Woher stammt die Idee? Und was bedeutet Solidaritätsprinzip?

Seit wann gibt es in der Schweiz Krankenkassen?

Hilfsgesellschaften und andere Frühformen von Krankenkassen entstanden Ende des 18. Jahrhunderts. Meist waren sie als Vereine organisiert. Mit der Industrialisierung um 1900 stieg die Zahl der Kassen signifikant, besonders in Städten und industrialisierten Regionen. 1888 zählte die Schweiz rund 1'000 Hilfskassen. Die Erfolgsgeschichte von ÖKK begann 1994: Damals schlossen sich fast 40 unabhängige Bündner Kassen zusammen und gründeten die Stiftung ÖKK.

Was war das Ziel der einstigen Kassen?

Die Hilfskassen zielten nicht wie die Armenfürsorge auf Mittellose ab. Sie richteten sich an Erwerbstätige, vor allem an die wachsende Zahl der Industriearbeiter. Wer Prämien bezahlte, durfte bei Krankheit oder Invalidität auf ein bescheidenes Taggeld zählen. Leistungen für Arzt- und Behandlungskosten – heute die Hauptfunktion der meisten Krankenkassen – standen noch nicht im Fokus.

Wann wurden Krankenkassen zum Politikum?

1890 schaffte die Schweiz eine Verfassungsgrundlage für eine Kranken- und Unfallversicherung. Als Vorbild diente die deutsche Kranken- und Unfallversicherung, eingeführt 1883. Das Schweizer Kranken- und Unfallversicherungsgesetz (KUVG) trat 1914 in Kraft, nachdem es 1912 ein Referendum überstanden hatte. 1996 wurde es vom noch heute geltenden Krankenversicherungsgesetz (KVG) abgelöst. Beruhte das KUVG bis 1995 auf Freiwilligkeit, besteht seit 1996 für alle in der Schweiz wohnhaften Personen eine Versicherungspflicht. Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich festgeschrieben.

Nach welcher Grundidee funktioniert die Versicherung?

Diese Frage lässt sich anhand eines vereinfachten Modells beantworten. Das Modell besteht aus einer Gesellschaft mit 100’000 Bürgern. Statistisch erkranken 1’000 von ihnen einmal im Jahr. Für die Behandlung der Kranken fallen je 2’000 Franken an, total also 2’000'000 Franken. Die Bürger fürchten sich davor zu erkranken und die Kosten alleine tragen zu müssen. Also zahlt fortan jeder Bürger jährlich 20 Franken in einen Fonds ein. Wenn jemand erkrankt, werden die Kosten mit Geld aus diesem Fonds beglichen. Im übertragenen Sinne ist der Fonds die Krankenkasse.

Was bedeutet «Solidaritätsprinzip»?

Das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) setzt auf die Solidarität zwischen Gesunden und Kranken. Dies bedeutet vor allem: Jüngere, gesunde Generationen tragen die höheren Kosten der krankheitsanfälligeren älteren Generationen massgeblich mit. Diese Solidarität stellt sicher, dass im Krankheitsfall allen geholfen werden kann.

Ich zahle Prämien, ohne je eine Leistung bezogen zu haben. Jetzt steht mir auch mal was zu, oder?

Das ist eine Fehlannahme. Sie beziehen nämlich auch dann Leistungen, wenn Sie gesund sind. Sie zahlen für den Versicherungsschutz: Würden Sie erkranken, stünde Ihnen die Versicherung zur Seite und übernähme die Kosten – sofort. Diese Sicherheit kostet Geld. Sie zahlen also nicht Prämien, damit Sie dieses Geld eines Tages für Arzt- oder Spitalkosten wieder beanspruchen. So funktioniert die AHV, nicht aber die Krankenversicherung. Sie zahlen Prämien in einen Solidarfonds.

Käme es nicht günstiger, wenn jeder seine Behandlung selbst zahlen würde?

Vorab: Jede in der Schweiz wohnhafte Person ist verpflichtet, eine Grundversicherung abzuschliessen. Und abgesehen davon: Die Rechnung ist heikel. Für eine Herzkatheteroperation, die um die 5’000 Franken kostet, müssten Sie ein Jahr lang monatlich 393 Franken (die monatliche Durchschnittsprämie eines Erwachsenen in der Schweiz, 2015) zur Seite legen. Doch für eine Herztransplantation müssten Sie rund 28 Jahre lang jeden Monat 393 Franken sparen. Ganz zu schweigen von teueren chronischen Krankheiten wie Typ-2-Diabetes.

Haben Sie sich das auch schon gefragt?

In der Rubrik FAQ finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen im Versicherungsbereich. Bleibt Ihre Frage unbeantwortet? Wenden Sie sich an Ihre ÖKK Agentur.