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Die eiserne Reserve

Damit Krankenversicherer bei einem unvorhersehbaren Ereignis mit hohen Folgekosten wie beispielsweise einer Epidemie nicht insolvent werden, müssen sie Reserven bilden.


Wozu dienen die Reserven der Krankenversicherer?
Die Reserven sollen die langfristige Zahlungsfähigkeit der Grundversicherung gewährleisten. Schliesslich beruht die Berechnung der Grundversicherungsprämien immer auf Schätzungen der zukünftigen Kostensteigerung und auf Hochrechnungen der Gesundheitskosten des laufenden Jahres. Liegen diese Annahmen aufgrund eines nicht vorhersehbaren Ereignisses – zum Beispiel einer Epidemie – daneben, können die Krankenversicherer die unerwarteten Ausgaben dank ihrer Reserven stemmen.

Wer kontrolliert die Zahlungsfähigkeit der Krankenversicherer?
Die Aufsichtsbehörde für die Grundversicherung ist das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Dieses prüft seit 2012 die so genannte Reservequote, also das Verhältnis der vorhandenen Reserven eines Krankenversicherers zu den mittels KVG-Solvenztest errechneten Mindestreserven. Eine Quote von 100 Prozent entspricht der Minimalreserve. ÖKK hat in der Grundversicherung aktuell eine Reservequote von 127 Prozent, übertrifft die gesetzliche Mindestreserve also um 27 Prozent.

Was passiert, wenn eine Krankenversicherung insolvent wird?
Wenn eine Krankenversicherung Leistungen aus der Grundversicherung nicht mehr zahlen kann, werden offene Rechnungen über einen Insolvenzfonds beglichen. Die Versicherten selbst müssen also keine Leistungseinbussen befürchten. Die Leidtragenden sind alle anderen Versicherten, über deren Prämien der Fonds finanziert wird. Seit 2012 hat allerdings keine Krankenversicherung mehr in der Grundversicherung Insolvenz gemeldet.

Wie hoch müssen die Reserven mindestens sein?
Der Betrag ist seit Einführung des «risikobasierten Reservemodells» 2012 von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Die Vorgaben zu den Reserven werden vom BAG festgelegt und anhand des KVG-Solvenztests durchgeführt. Dieser Test legt die Mindesthöhe so fest, dass ein Krankenversicherer am Ende des Jahres selbst dann noch zahlungsfähig
ist, wenn das Geschäftsjahr ausserordentlich schlecht ausgefallen ist.

Warum müssen Gewinne in die Reserve fliessen?
Das Krankenversicherungsaufsichtsgesetz (KVAG) definiert Krankenversicherer als juristische Personen, «die keinen Erwerbszweck verfolgen und die soziale Krankenversicherung nach dem KVG durchführen.» Da die Grundversicherung eine Sozialversicherung ist, dürfen die Krankenversicherer hier keinen Gewinn anhäufen oder ausschütten. Allfällige Gewinne werden also den Reserven gutgeschrieben.

Was bedeutet es, wenn eine Krankenkasse trotzdem einen Gewinn ausschüttet?
Das bedeutet, dass der Gewinn ausschliesslich im Zusatzversicherungsgeschäft erwirtschaftet wurde. Das Zusatzversicherungsgeschäft unterliegt rechtlich nicht dem Krankenversicherungsgesetz (KVG), sondern einerseits dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und andererseits dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG). Dieses verbietet keine Gewinne. Im Gegensatz zur obligatorischen Grundversicherung ist eine Zusatzversicherung für den Versicherten freiwillig.