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Erfolgreich im Duett

Mit Schranz Geigenbau wagte der Thuner Daniel Schranz den Schritt in die Selbstständigkeit. Mittlerweile arbeitet er zusammen mit Tochter Anna Barbara erfolgreich im Zweierteam. Durststrecken bekämpfen die beiden mit der Vermietung von Geigen und einer guten Versicherung.

Für einen Geigenspieler muss das Geschäft von Daniel Schranz das Paradies sein. Betritt man den Verkaufsraum von Schranz Geigenbau in Thun, fällt der Blick auf unzählige Violinen. Kopf an Kopf hängen sie in den Vitrinen hinter dem Tresen und warten auf einen Käufer. Bratschen, Cellos, Ukulelen, Gitarren und Harfen schmücken die Ladenfläche. Hinter der Verkaufstheke führt ein Gang zur Werkstatt. Der Raum ist bis zur Decke angefüllt mit Arbeitsmaterialien, Werkzeugen und weiteren Instrumenten. Mittendrin sitzt Daniel Schranz und arbeitet konzentriert an einer Geige. Seit 34 Jahren ist er sein eigener Chef, und das Geschäft läuft gut. Davon zeugt das regelmässige Klingeln der Glocke, das einen neuen Kunden im Verkaufsraum ankündigt. «Ich kann mich nicht erinnern, dass ich den Schritt in die Selbstständigkeit jemals bereut hätte», erklärt der 64-Jährige.

Mehrheit der Schweizer Firmen sind KMU

Der gelernte Geigenbaumeister Daniel Schranz arbeitete nach seiner Ausbildung in einem grossen Musikhaus in Bern. Als die erste von zwei Töchtern zur Welt kam, machte er sich selbstständig. Schranz Geigenbau begann in einem Zimmer der Familienwohnung in Thun, mit einer Verkaufstheke  im Wohnzimmer. Mittlerweile hat Schranz sein Unternehmen in grössere Räumlichkeiten verlegt, und die älteste Tochter, Anna Barbara, arbeitet im Geigenbau mit. Dass ein Unternehmen gerade mal zwei Angestellte beschäftigt, das ist in der Schweiz nicht die Ausnahme, sondern die Regel. 99,8 Prozent der Schweizer Unternehmen sind KMU – kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Ganze 92,3 Prozent sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Angestellten.

Anna Barbara Schranz ist seit zwei Jahren Vollzeit im Geigenbau tätig. «Ich fragte sie, ob sie das Geschäft einmal übernehmen würde. Sie sagte: <Ja, aber nur, wenn du mir das Handwerk beibringst>», blickt der Vater zurück. So absolviert die gelernte Hornistin und Hochbauzeichnerin nun ganz offiziell eine Lehre bei ihrem Vater. Die beiden haben aber kein klassisches Chef-Angestellten-Verhältnis. «Wir lösen Probleme immer gemeinsam», erklärt Anna Barbara.

Erwerbsausfallversicherung schützt vor hohen Kosten

«Geigenbauer sind Einzelkämpfer», antwortet Daniel Schranz auf die Frage, ob er bei der Führung seines Unternehmens auf Hilfe angewiesen sei. Nur für Jahresabschluss und Steuern wendet er sich an einen Treuhänder. Dieser hat ihm auch dazu geraten, eine Erwerbsausfallversicherung abzuschliessen. Als vor Jahren nämlich eine Mitarbeiterin einen Hirnschlag erlitt, musste er – damals noch nicht versichert – die anfallenden Erwerbsausfallkosten aus der eigenen Tasche bezahlen. Im Internet erkundigte er sich nach dem Vorfall nach Versicherungslösungen und entschied sich für ÖKK. «Bei einem Ausfall übernimmt ÖKK 100 Prozent des Lohnes», erklärt Schranz die Wahl. «Das war sehr wichtig für mich, da ich es mir bei einem Ausfall nicht leisten könnte, weiter Lohn zu zahlen.» Als dieselbe Mitarbeiterin kurz darauf zwei Mal hintereinander Mutter wurde, kam ihm die neue Erwerbsausfallversicherung mit Mutterschaftsdeckung sehr gelegen.

Vorbereitet in die Selbstständigkeit

Dass sie Schranz Geigenbau einmal übernehmen wird, davor hat Anna Barbara Schranz Respekt. «Man muss immer hoffen, nicht plötzlich auf dem absteigenden Ast zu sein.» Mit Existenzängsten hat auch ihr Vater manchmal zu kämpfen. «Dann denke ich zurück an Zeiten, in denen ich auch Angst hatte und in denen dann trotzdem alles gut kam», verrät der Geigenbaumeister seine Strategie, damit umzugehen. Die Angst ums Überleben kennen wohl alle KMU. Nur die Hälfte von ihnen existiert länger als fünf Jahre. Das Unternehmen von Daniel Schranz ist von Anfang an gut gelaufen. Den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit hat Schranz auch nicht ganz dem Zufall überlassen. «Bei meiner Arbeit im Musikhaus begann ich, mir die Namen der Kunden zu notieren und den Umsatz, den sie der Firma einbrachten. Ich rechnete aus, dass ich überleben könnte, wenn ich nur die Hälfte der Kunden aus dem Berner Oberland für mich gewinnen würde», erinnert er sich. Der Plan ist aufgegangen. Mittlerweile haben Anna Barbara und Daniel Schranz viele Stammkunden. Rund 400 Streichinstrumente vermietet Geigenbau Schranz zurzeit, die meisten an Musikschüler. «Die Mieten helfen, dass wir keine schlaflosen Nächte haben», meint Anna Barbara Schranz. Der Erlös aus dem Verkauf und der Reparatur von Instrumenten mag zwar grossen Schwankungen unterworfen sein – die regelmässigen Einnahmen aus der Vermietung aber, die sind dem Unternehmen sicher.