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Bei jedem Unfall versichert

Bänderriss beim Büroausflug oder Platzwunde beim Fussballtraining – je nach Unfall und Anstellungsverhältnis greifen unterschiedliche Versicherungen. Nur welche?

Wer ist gegen Unfall versichert?

Alle, aber nicht alle gleich. Zwei Faktoren sind für das Unfallversicherungsgesetz (UVG) relevant: 1) die Art des Unfalls, also Berufs- oder Nichtberufsunfall; 2) die berufliche Situation und der Anstellungsgrad bei einem Arbeitgeber. Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich der obligatorische Versicherungsschutz.

Wer muss welche Unfallversicherung für wen abschliessen?

Für Berufsunfälle gilt: Jeder, der in der Schweiz erwerbstätig ist, muss gemäss UVG von seinem Arbeitgeber gegen die finanziellen Folgen eines Berufsunfalls versichert werden. Das gilt auch für Hausangestellte, Lehrlinge und registrierte Arbeitslose. Kompliziert wird es beim Freizeitunfall (Nichtberufsunfall, NBU). Wer acht Stunden oder mehr pro Woche für einen Arbeitgeber arbeitet, ist über diesen obligatorisch auch gegen die finanziellen Folgen eines NBU versichert. Alle anderen, Selbstständige oder Nichterwerbstätige müssen sich beim Abschluss der Krankenversicherung gegen Unfall mitversichern und dürfen diesen nicht ausschliessen.

Was ist ein Berufsunfall?

Dazu gehören alle Unfälle, die sich bei der Ausübung des Berufs ereignen. Auch Unfälle während der Arbeitspausen sowie vor und nach der Arbeit gelten als Berufsunfälle, wenn sich die versicherte Person auf der Arbeitsstätte auf- gehalten hat.

Was ist mit Unfällen auf dem Arbeitsweg?

Unfälle auf dem Arbeitsweg sind vom Arbeitgeber mitversichert: bei Mitarbeitenden mit acht und mehr Arbeitsstunden pro Woche über die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung, bei Mitarbeitenden unter acht Stunden pro Woche über die Berufsunfallversicherung.

Wer bezahlt die Prämien?

Die Kosten für die Berufsunfallversicherung trägt in jedem Fall der Arbeitgeber. Wie hoch die Prämie ist, variiert je nach Lohnsumme und Betrieb. Anders verhält es sich mit den Prämien für die Nichtberufsunfallversicherung: An ihnen kann sich der Arbeitgeber beteiligen, er muss es aber nicht. Normalerweise werden die Prämien in der Höhe von knapp 1,1 Prozent des Bruttolohns vom Lohn abgezogen. Wer weniger als acht Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber arbeitet und nicht über den Arbeitgeber für NBU versichert ist, muss die Kosten für die NBU-Versicherung über seine Krankenversicherung selbst tragen.

Mehrere Jobs, mehrere Unfallversicherungen?

Ja, denn ein Arbeitnehmer ist immer gegen Berufsunfall zu versichern – egal, wie selten er arbeitet und ob er schon bei einem anderen Arbeitgeber versichert ist. Eine Reinigungskraft mit z. B. zwölf Arbeitgebern hat also zwölf Berufsunfallversicherungen. Auch eine Nichtberufsunfallversicherung muss der Arbeitgeber für jeden Mitarbeitenden abschliessen, der mindestens acht Stunden pro Woche arbeitet. Wenn jemand also zwei 40-Prozent-Jobs hat, hat er auch zwei Nichtberufsunfallversicherungen. Doch wer zahlt, wenn der Mitarbeitende tatsächlich in der Freizeit verunfallt? Die Unfallversicherung desjenigen Arbeitgebers, bei dem die verunfallte Person vor dem Unfall zuletzt gearbeitet hat.

Was passiert bei einem Unfall im Ausland?

Die Zahl der Unfälle im Ausland hat in den letzten Jahren zugenommen: 2004 waren es 43'820, zehn Jahre später 60'440. Getragen werden die Kosten für Notfallbehandlungen vom Unfallversicherer des Arbeitgebers oder von der Krankenkasse – je nach Anstellungsverhältnis. In beiden Fällen gilt: Übernommen wird maximal das Doppelte vom Betrag, den die entsprechende Behandlung in der Schweiz kosten würde. In vielen Ländern reicht das nicht, schon gar nicht, wenn medizinische Rücktransporte in die Schweiz oder Rettungsaktionen notwendig werden. Deshalb empfiehlt ÖKK bei Reisen ins Ausland den Abschluss einer Reiseversicherung wie ÖKK TOURIST.

Männer verunfallen fast doppelt so häufig

796'696 – so viele Unfälle haben Schweizer Unfallversicherer laut Unfallstatistik UVG im Jahr 2014 neu registriert. Es waren fast doppelt so viele Nichtberufsunfälle wie Berufsunfälle und fast doppelt so viele betroffene Männer wie betroffene Frauen. Spitzenreiter unter den Berufsunfällen war der Bereich «Land- und Forstwirtschaft, Fischerei», unter den Nichtberufsunfällen der Sektor «Sport und Spiel», insbesondere Fussball.