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Die Win-win-win-Situation

Wegen eines schweren Rückenleidens musste Mayuran Thangarasa um seine Arbeitsfähigkeit fürchten. Dank seinem Willen, der Fürsorge des Arbeitgebers und einem frühzeitigen Case Management durch ÖKK konnte eine Lösung erarbeitet werden, die für alle Parteien ein Gewinn ist.


Bewegung tut gut. Es sei denn, es ist immer dieselbe einseitige Bewegung. Bis zu 400 Kupferrohre am Tag bog Mayuran Thangarasa am pneumatischen Biegetisch zurecht: das Rohr in den Biegewinkel führen, mit links das eine Ende greifen, mit rechts den Schwenkarm und das Rohr mit einer ausholenden Bewegung über den Biegetisch führen.

 

Mayuran Thangarasa ist ein Mann wie ein Baum: kräftiger Nacken, breite Schultern, 90 Kilogramm auf 174 Zentimeter Grösse. Trotzdem war es der starke Körper, der zu seiner Schwäche wurde. Der Liebe wegen war der gebürtige Sri Lanker, der in den Niederlanden aufgewachsen ist, 2006 ins Rheintal nach Sevelen (SG) gezogen. Er hatte hier und dort gejobbt, bis er 2008 über einen Bekannten von einer Vakanz bei einem der grössten und beliebtesten Arbeitgeber der Region hörte: der Lippuner EMT AG in Grabs (SG). Nach ein paar Schnuppertagen im erfolgreichen Haustechnikunternehmen bekam der damals 30-Jährige die Stelle als Produktionsmitarbeiter für Heiz- und Kühldeckensysteme.

Arbeitsplatz in Gefahr

Der Fachbereich Heiz- und Kühldeckensysteme ist mit zehn Mitarbeitenden in der Planung, Produktion und Montage eine der kleinsten Abteilungen der Lippuner EMT AG. Thangarasas Aufgabe war es, die Kupferrohre für die Wasserleitungen in den Deckensystemen zuzuschneiden und zurechtzubiegen. Er tat dies mit Kraft, Geschick und Freude, bis der Rücken bei der Arbeit zu schmerzen begann. Zwei Jahre lang quälte er sich, ging zum Arzt, machte eine Physiotherapie nach der anderen, nahm Medikamente, landete in der Notaufnahme, schlief immer schlechter, wollte nur eines nicht: am Arbeitsplatz fehlen, den Job verlieren. Bis irgendwann die Schmerzen stärker waren als der Wille und sich die Absenzen häuften.

Durchbruch dank Case Management

Im Familienunternehmen Lippuner kümmert man sich von jeher persönlich und wenn nötig mit Fürsorge um die Mitarbeitenden. So bereiten die Müdigkeit und die zunehmenden Absenzen nicht nur Mayuran Thangarasa Sorgen, sondern auch seinen Vorgesetzten. 2012 spricht dieser die Personalverantwortliche des Betriebs, Laurenzia Cahenzli, darauf an. Gemeinsam diskutieren sie mögliche Hilfsmassnahmen und kommen zum Schluss, dass der Mitarbeiten- de Unterstützung braucht: eng, ausdauernd und zielgerichtet. Es gilt, den Teufelskreis aus Arbeit und Schmerzen zu durchbrechen und das Arbeitsverhältnis langfristig zu erhalten. Um das zu erreichen, erwägt Laurenzia Cahenzli das Hinzuziehen eines externen, auf solche Fälle spezialisierten Partners: Robert Künzler, Case Manager von ÖKK. Doch dazu braucht sie erst noch das Einverständnis von Mayuran Thangarasa.

 

Ziel des Case Managements ist es, erkrankte oder verunfallte Mitarbeitende rasch und nachhaltig wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren oder – wie im Fall von Mayuran Thangarasa – einer Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen. Dabei unterstützt der Case Manager die Personalabteilung und den Mitarbeitenden bei der Koordination des Falls: Er schlägt spezialisierte Kliniken, Ärzte und Therapeuten vor, moderiert zwischen den Anspruchs- gruppen und schafft zwischen ihnen eine Atmosphäre des Vertrauens.

 

Als Laurenzia Cahenzli ihrem Produktionsmitarbeitenden den Zuzug eines externen Partners vorschlägt, läuft sie offene Türen ein: «Ich wusste ja, dass es so nicht weiterging», erinnert sich Mayuran Thangarasa. «Frau Cahenzli gab mir das Gefühl, wirklich eine langfristige Lösung für mich zu suchen.»

 

Zwei Wochen später trifft er Robert Künzler zum Erstgespräch, das immer unter vier Augen stattfindet. Dabei erhärtet sich der Verdacht, dass zwischen den Rückenschmerzen und der Arbeit am Biegetisch ein Zusammenhang besteht. Um das medizinisch abzuklären, gibt es Spezialisten. Robert Künzler kennt sie: die Ärzte und Therapeuten der Klinik Valens.

Das Engagement des Arbeitgebers

Nachdem die Firma Lippuner einer Arbeitsplatzabklärung zugestimmt hat, erhält Mayuran Thangarasa ungewohnten Besuch. Ein Spezialist für Arbeitsergonomie analysiert mithilfe von 14 standardisierten Faktoren die körperliche Beanspruchung an seinem Arbeitsplatz. Das Resultat ist eindeutig: Die Arbeit am Biegetisch stellt für den Rücken eine hohe Belastung dar – vor allem dann, wenn sie über mehrere Stunden und Tage geleistet werden muss.

 

Zur genauen Evaluation der körperlichen Leistungsfähigkeit von Mayuran Thangarasa empfehlen die Ärzte einen zwei- wöchigen stationären Aufenthalt in der Klinik Valens. Wieder willigt die Lippuner AG ein, ihren Mitarbeitenden unter Lohnfortzahlung freizustellen. In Valens eröffnen die Ärzte Mayuran Thangarasa einen zweiten Grund für sein Rückenlei- den: Übergewicht. Eine Ernährungsumstellung wird empfohlen, vor allem aber absolviert Mayuran Thangarasa ein auf seinen Arbeitsplatz massgeschneidertes Trainingsprogramm, korrigiert Haltungsfehler, lernt seinen Körper besser kennen.

Mehr Abwechslung bei der Arbeit

Der Bericht, der einige Tage nach dem Aufenthalt in Valens bei Laurenzia Cahenzli und Robert Künzler eintrifft, lässt keinen Zweifel daran, dass sich an der Arbeitssituation von Mayuran Thangarasa etwas ändern muss, wenn die Rückenleiden langfristig zurückgehen oder gar verschwinden sollen. Wieder folgen unzählige Sitzungen und Gespräche zwischen dem ÖKK Case Manager, der Personalverantwortlichen, dem Abteilungsleiter und Mayuran Thangarasa. Bis der Abteilungsleiter auf eine ebenso einfache wie brillante Idee kommt: Mayuran Thangarasa könne Produktion und Montage miteinander kombinieren, sodass die Bewegungsabläufe bei der Arbeit mal in die Höhe, mal wie gehabt in die Horizontale gehen. Mehr Abwechslung, das überzeugt alle!

 

Seit drei Jahren hat Mayuran Thangarasa kaum noch Rückenprobleme. Er hat elf Kilo abgenommen und musste zu keiner Zeit Einbussen hinnehmen – weder beim Lohn noch beim Arbeitspensum. Und das neue Arbeitsmodell begeistert auch den Arbeitgeber. «Dass Herr Thangarasa heute das Know-how von zwei Jobs vereint, macht uns in der Arbeitsplanung flexibler», sagt Laurenzia Cahenzli. ÖKK wiederum blieben dank des erfolgreichen Case Managements die Kosten für mögliche Versicherungsleistungen erspart. Der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber, ÖKK – alle drei Parteien mussten viel investieren, um am Ende viel mehr zu gewinnen. Eine Win-win-win-Situation.

Das ÖKK Case Management

ÖKK Case Manager unterstützen Firmen dabei, verunfallte oder erkrankte Mitarbeitende rasch und ohne Rückfall wieder einzugliedern oder längere Absenzen zu verhindern. Das Case Management ist ein Leistungsbestandteil der ÖKK ERWERBSAUSFALLVERSICHERUNG.