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Franchise und Selbstbehalt

Wer in der Schweiz lebt, muss nicht nur eine Krankenversicherung abschliessen und bezahlen, sondern sich auch direkt an den Behandlungskosten beteiligen. Dies geschieht über die sogenannte Franchise und den Selbstbehalt.

Was ist die Franchise?

Die Franchise ist die Kostenbeteiligung, die jeder Erwachsene in der Schweiz pro Kalenderjahr an seinen Behandlungskosten leisten muss. Dabei haben die Versicherten die Wahl zwischen Franchisen über 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 oder 2'500 Franken. Also übernehmen Versicherte mindestens die ersten 300 und höchstens die ersten 2'500 Franken ihrer Behandlungskosten pro Kalenderjahr selbst. Für Kinder sind nur Franchisen von 0, 200, 400 oder 600 Franken wählbar.

Was bringt mir eine hohe Franchise?

Wie alle Versicherer gewährt ÖKK ihren Versicherten einen Rabatt, wenn diese sich zu einer höheren Franchise verpflichten und damit mehr finanzielle Selbstverantwortung übernehmen. Je höher die Franchise, desto günstiger die Versicherungsprämie. Bei der höchsten Franchise über 2'500 Franken beträgt der Rabatt bis zu 44 Prozent gegenüber der Franchise über 300 Franken.

Was ist der Selbstbehalt?

Der Selbstbehalt wird fällig, sobald die von Ihnen gewählte Franchise während eines Kalenderjahres ausgeschöpft ist. Von da an übernehmen Sie 10 Prozent Ihrer Behandlungskosten, höchstens aber 700 Franken (Kinder 350 Franken) pro Kalenderjahr. Dieser Selbstbehalt ist unabhängig von der Höhe der gewählten Franchise.

Was ist ein Spitalbeitrag?

Der Spitalbeitrag ist der Selbstbehalt, den stationäre Patienten leisten müssen. Er beträgt 15 Franken pro Spitaltag. Kinder bis 18 Jahre und Erwachsene in Ausbildung bis 25 Jahre bezahlen keinen Spitalbeitrag.

Wann sind Kostenbeteiligungen ausgeschlossen?

Ausgenommen von jeglicher Art von Kostenbeteiligung sind Mutterschaftsleistungen wie bis zu sieben Kontroll- und zwei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft, Geburtsvorbereitungskurse, Geburt und Geburtshilfe. Ausserdem müssen sich Frauen ab der 13. Schwangerschaftswoche und bis acht Wochen nach der Geburt nicht mehr an den Kosten für allgemeine Leistungen bei Krankheit und Pflegeleistungen bei Krankheit beteiligen.

Gehen Behandlungskosten nach Unfällen auch auf die Franchise?

Das kommt darauf an. Sind Sie bei einem Arbeitgeber mehr als 8 Stunden pro Woche angestellt, so sind Sie über diesen unfallversichert. Egal, ob Sie dann privat oder bei der Arbeit verunfallen – die Behandlungskosten gehen nie zulasten Ihrer Franchise. Sind Sie jedoch über die obligatorische Krankenversicherung gegen die finanziellen Folgen von Unfall versichert, dann gehen die Behandlungskosten nach einem Unfall zulasten Ihrer Franchise.

Welche Franchise ist optimal für mich?

Zwei Aspekte sind entscheidend für die Wahl der optimalen Franchise: die Höhe der erwarteten Behandlungskosten sowie der finanzielle Spielraum, der Ihnen zur Verfügung steht. Wer niedrige Kosten erwartet, wählt eine hohe Franchise – und umgekehrt. Um die zukünftigen Behandlungskosten abzuschätzen, hilft ein Blick auf die vergangenen Steuernachweise, die ÖKK jährlich verschickt und auf denen die Behandlungskosten aufgelistet sind. Wer eine hohe Franchise von beispielsweise 2'500 Franken wählt, sollte sich über das finanzielle Risiko im Klaren sein. Im schlimmsten Fall muss der Versicherte dann 3'200 Franken aus der eigenen Tasche zahlen: 2'500 Franken Franchise plus 700 Franken maximaler Selbstbehalt pro Jahr.

Welches Datum ist für die Leistungsabrechnung entscheidend?

Massgebend ist das Behandlungsdatum, nicht das Rechnungsdatum. Hat also eine Behandlung im Dezember 2015 stattgefunden, wird sie mit der Franchise und dem Selbstbehalt 2015 verrechnet. Im ungünstigsten Fall kann es vorkommen, dass sich eine Behandlung vom Ende des Vorjahres in das nächste Jahr hinzieht. Somit wären innerhalb kurzer Zeit zweimal die maximalen Beträge von Franchise und Selbstbehalt fällig.

Wann kann ich die Jahresfranchise ändern?

Sie können die Franchise immer aufs kommende Kalenderjahr hin erhöhen oder reduzieren. Dazu benötigen wir den von Ihnen oder dem gesetzlichen Vertreter unterschriebenen Antrag bis spätestens zum 30. November.