Telemedizin erklärt
Telemedizin bedeutet, dass medizinische Anliegen per Telefon, Video oder App beurteilt werden. Statt direkt eine Arztpraxis aufzusuchen, erhalten Sie medizinischen Rat aus der Ferne.
Bekannte Formen der Telemedizin sind die telefonische Beratung, die Videosprechstunde oder die Beratung per Chat. Die Fachpersonen beurteilen Ihre Beschwerden und entscheiden gemeinsam mit Ihnen über die nächsten Schritte.
Für viele Anliegen ist heute keine Behandlung vor Ort nötig. Oft genügt ein Gespräch, ein Foto oder die Übermittlung von Messwerten.
Wer ist Medgate?
Medgate ist ein Schweizer Unternehmen für Telemedizin. Ärzt*innen und medizinische Fachpersonen beraten Patient*innen telefonisch, per Video oder digital. ÖKK arbeitet im Bereich Telemedizin mit Medgate zusammen. Haben Sie ein Grundversicherungsmodell wie ÖKK SELECT, dann ist Medgate Ihre erste Anlaufstelle. Bei Bedarf organisiert Medgate die Weiterleitung an eine Arztpraxis, ein Spital oder eine andere Fachperson. Die Ärzt*innen von Medgate helfen allen ÖKK Grundversicherten rund um die Uhr weiter. Die Kosten dafür übernimmt ÖKK.
Wie funktioniert Telmed?
In einem Krankheitsfall kontaktieren Sie Medgate telefonisch oder per App– von überall und zu jeder Zeit. Die Konsultation funktioniert ähnlich wie ein Arztbesuch vor Ort. Der Unterschied: Da keine körperliche Untersuchung möglich ist, liegt der Fokus in der Anamnese auf gezielten Fragen, die Ärzt*innen leiten bei Bedarf zur Selbstuntersuchung an.
Abhängig von den Beschwerden kann eine telemedizinische Behandlung ausreichen oder eine Überweisung an eine Arztpraxis, ein Spital oder eine andere Fachperson sinnvoll sein.
Die Gespräche dauern in der Regel zwischen 10 und 15 Minuten. «Auch wenn wir viele Anfragen haben, inzwischen kann ich häufig relativ schnell einschätzen, wie akut ein Fall tatsächlich ist», erzählt Beat Bojaxhiu, Telemediziner bei Medgate.
Vorteile von Telemedizin
Jeden Tag beantworten die Ärzt*innen von Medgate zwischen 1500 und 3000 medizinische Anfragen. «Ob sich Telemedizin eignet, hängt nicht von der Schwere der Erkrankung ab, sondern davon, welche Informationen wir auf Distanz erheben können, um ein klares Bild der Situation zu erhalten», sagt Andy Fischer, CEO der Medgate Group. Dazu zählen beispielsweise:
- Hautausschläge, Ekzeme oder andere sichtbare Hautveränderungen
- Harnwegsinfekt
- Bindehautentzündungen
- Erkältungen und Grippesymptome
- Rücken- respektive Gelenkschmerzen
- Ausstellen von Rezepten und Fragen zu Medikamenten Impfberatungen
- Beurteilung von Vitalparametern und Laborwerten
- Einordnung von Laborwerten
Darüber hinaus können Arbeitsunfähigkeitszeugnisse telemedizinisch ausgestellt werden. «Gut die Hälfte der Fälle können wir abschliessend behandeln.»
Grenzen der Telemedizin
Auch wenn die Möglichkeiten der Telemedizin laufend wachsen, gibt es Situationen, in denen eine medizinische Beurteilung vor Ort notwendig ist, beispielsweise bei bildgebenden Verfahren wie Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen. Manche Beschwerden lassen sich nicht allein anhand von Fragen, Fotos oder Messwerten beurteilen.
In solchen Fällen organisiert Medgate die passende Weiterbehandlung. Dabei arbeitet Medgate auch mit Arztpraxen, Apotheken und Spitälern zusammen.
Auch bei lebensbedrohlichen Notfällen ist Telemedizin nicht die richtige Anlaufstelle. Wer beispielsweise unter starker Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen oder starken Brustschmerzen leidet, sollte umgehend den Notruf alarmieren oder eine Notfallstation aufsuchen. Bei Unsicherheit können die Ärzt*innen von Medgate die Dringlichkeit telefonisch einschätzen.
Neue Technologien im Einsatz
Neben Fotos und Videos eröffnen neue Technologien weitere Möglichkeiten für die Telemedizin. Verfahren wie Transdermal Optical Imaging (TOI) ermöglichen es, bestimmte Vitalwerte anhand eines kurzen Videos zu erfassen, beispielsweise den Blutdruck oder die Herzfrequenz. Diese Technologie ist bei Medgate aktuell noch nicht im Einsatz.
Für Patient*innen ist es jedoch bereits möglich, in ausgewählten Apotheken Untersuchungen machen zu lassen, um etwa Herz- und Lungengeräusche aufzuzeichnen. Die Messwerte und Aufzeichnungen werden an die behandelnden Ärzt*innen übermittelt. Diese können die Daten in ihre Beurteilung einbeziehen und darauf basierend Empfehlungen für die weitere Behandlung abgeben.
Häufige Fragen zur Telemedizin
Telemedizin eignet sich besonders für Beschwerden, die sich durch ein Gespräch, Fotos, Videos oder Messwerte beurteilen lassen. Dazu gehören häufig Hautprobleme, Harnwegsinfekt, Erkältungen oder Gelenkschmerzen.
Wenn eine körperliche Untersuchung nötig ist oder zusätzliche Untersuchungen wie Röntgen oder Ultraschall durchgeführt werden müssen.
Der*die Ärzt*in beurteilt Ihre Situation. Oft reicht die telemedizinische Beratung für eine abschliessende Behandlung bereits aus. Im Anschluss erhalten Patient*innen einen Behandlungsplan, der die Therapieempfehlungen zusammenfasst. Falls weitere Abklärungen notwendig sind, werden Sie an eine Arztpraxis, ein Spital oder eine andere Fachperson überwiesen.
Ja. Bei Bedarf können Rezepte für Medikamente und Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt werden.
Für ÖKK Versicherte sind telemedizinische Konsultationen bei Medgate kostenlos – einzig die Telefongebühren fallen an. Die Kosten anschliessender nicht telemedizinischer Behandlungen, zum Beispiel bei einer Überweisung, werden wie gewohnt über die Krankenversicherung abgerechnet.
Telemedizin hilft, medizinische Behandlungen gezielt zu koordinieren. Dadurch können Telmed-Modelle häufig mit tieferen Prämien verbunden sein.
Mit Telemedizin Kosten sparen
Telemedizin kann nicht nur den Zugang zu medizinischer Beratung erleichtern, sondern auch dazu beitragen, Gesundheitskosten zu senken. Dank digitaler Abläufe und einer schlankeren Infrastruktur fallen die Kosten pro Konsultation – bei Medgate sind es im Schnitt rund 50 Franken – häufig tiefer aus als bei einem klassischen Praxisbesuch.
Für ÖKK Versicherte sind telemedizinische Konsultationen bei Medgate kostenlos.
Andy Fischer
Andy Fischer hat Medgate im Jahr 1999 gegründet und ist heute CEO der Medgate Group. Nach seinem Medizinstudium absolvierte er die Facharztausbildung in Chirurgie und Notfallmedizin. Bis 2006 war er zudem als Arzt bei der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) tätig.
Beat Bojaxhiu
Beat Bojaxhiu hat Medizin studiert und die Facharztausbildung in Radioonkologie abgeschlossen. Heute arbeitet er als Arzt bei Medgate, wo er vor allem allgemeinmedizinische und pädiatrische Anfragen behandelt.


