Prostata: Vergrösserung, Entzündung, Krebs

Wie können Männer Prostataprobleme erkennen? Der Urologe Sven Wenske erläutert typische Krankheitsbilder, Behandlungen und erklärt, wie Vorsorge die Gesundheit von Männern schützt

Prostatavergrösserung

«Mit zunehmendem Alter kommt es bei fast allen Männern zu einer Prostatavergrösserung», erklärt Sven Wenske, Facharzt für Urologie Facharzt für Urologie und Regionalleiter der Uroviva Standorte im Raum Zürich, im Allegra-Podcast.
Die Vergrösserung der Prostata entsteht durch hormonelle Veränderungen und führt dazu, dass die Harnröhre eingeengt wird. Typische Symptome sind ein schwacher Harnstrahl, häufiger Harndrang oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können. Diese Symptome treten nicht bei jedem betroffenen Mann auf. Falls sie jedoch auftreten, «können sie schon einschränkend sein». Nicht jede Vergrösserung muss behandelt werden – entscheidend ist das persönliche Wohlbefinden.

Prostataentzündung

Eine akute Prostataentzündung zeigt sich häufig durch Schmerzen im Enddarmbereich, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Hodenbereich und Schmerzen beim Wasserlassen. Sie wird in der Regel durch Bakterien verursacht und mit Antibiotika behandelt. Oft entsteht sie aus einer unbehandelten oder weiterentwickelten Harnwegsentzündung (Blasenentzündung).

Wiederkehrende Entzündungen können chronisch werden. Um einer Harnwegs- und Prostataentzündungen vorzubeugen, empfiehlt Sven Wenske, ausreichend Wasser zu trinken.

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in der Schweiz und tritt meist bei älteren Männern auf. Jährlich erkranken rund 7’000 bis 8’000 Männer daran. «Die Gründe für Prostatakrebs sind – wie bei jeder Krebsart – multifaktoriell.» Dazu zählen Lebensstil, familiäre und genetische Faktoren.

Da Prostatakrebs in der Regel keine Schmerzen verursacht, erfolgt die Früherkennung durch eine Tastuntersuchung und einen PSA-Bluttest (Prostata-spezifisches Antigen). Wichtig: Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch Krebs – auch eine Entzündung oder Vergrösserung der Prostata kann den Wert beeinflussen. Bei auffälligen oder steigenden Werten werden weitere Untersuchungen durchgeführt.

Behandlung von Prostatakrebs

Je nach Art und Stadium des Krebses erfolgt die Behandlung unterschiedlich. Bei wenig aggressiven Tumoren kann es ausreichen, diese mittels Biopsie und Bluttests regelmässig zu überwachen. «Wenn der Krebs aggressiver ist, empfehlen wir eine Therapie – entweder eine Bestrahlung, die chirurgische Behandlung durch fokale Therapie der Prostata oder die Entfernung der Prostata.» Die Heilungschancen sind bei diesen Methoden laut Sven Wenske praktisch gleich. Wenn der Prostatakrebs nicht gestreut hat, besteht eine gute Aussicht auf Heilung.

Ab wann zur Vorsorgeuntersuchung

Prostatakrebs ist eine Krebsart, die normalerweise sehr langsam wächst. Wer regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung geht, kann Prostatakrebs in der Regel frühzeitig erkennen. Empfohlen werden deshalb jährliche Vorsorgeuntersuchungen bei eine*r Urolog*in ab dem 50. Lebensjahr. Bei einer Familienvorgeschichte von Prostatakrebs kann damit schon früher begonnen und der PSA-Basiswert etwa um das 40. Lebensjahr bestimmt werden.