Was tun bei einem Wespenstich?

Kleiner Stich, grosse Schmerzen: Ein Wespenstich passiert schnell und tut weh. Erfahren Sie, wie Sie Wespenstiche vermeiden und richtig behandeln.

Im Sommer begegnen wir Wespen besonders häufig – vor allem im Juli und August. Dann erreichen die Völker ihre grösste Ausdehnung und suchen aktiv nach Nahrung. Süsse Speisen und Getränke ziehen sie besonders an. Deshalb tauchen sie oft genau dort auf, wo sie nicht erwünscht sind.

Wespen vertreiben: So bleiben Wespen fern

  • Ruhig bleiben: Nicht nach Wespen schlagen. Auf hektische Bewegungen reagieren Wespen besonders aggressiv. Insekten, die auf Ihrem Körper landen, schieben Sie behutsam weg.
  • Essen und Getränke abdecken: Vor allem Süsses zieht Wespen an.
  • Hände und Mund waschen: Nach dem Essen im Freien sollten Sie Ihre Hände und Mund waschen. Dies gilt besonders für Kinder.
  • Nie aus einer Flasche trinken: Hier kann unbemerkt eine Wespe hineinschlüpfen und die Gefahr eines gefährlichen Wespenstichs im Hals besteht.
  • Schuhe anziehen: Gehen Sie auf Wiesen nicht barfuss.
  • Duftstoffe vermeiden: Parfum oder stark duftende Cremes können Wespen anlocken.
  • Abfall verschliessen: Offene Abfalleimer sind ein Magnet.
  • Natürliche Helfer: Bestimmte Pflanzen wie Lavendel oder Zitronenmelisse können Wespen fernhalten.

Wespenstich richtig behandeln

Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Dabei geben sie Gift in die Haut ab. Die Haut um die Einstichstelle rötet sich, brennt, juckt und schwillt an. Diese toxische Reaktion ist normal und klingt meistens innerhalb von 48 Stunden wieder ab.

Gehen Sie bei einem Wespenstich wie folgt vor und lindern Sie die Beschwerden mit einfachen Massnahmen:

  • Stachel entfernen: Sollte der Stachel noch in Ihrer Haut stecken, entfernen Sie ihn mit einer Pinzette. Drücken Sie nicht auf die Wunde, weil sich das Gift sonst weiter unter der Haut verbreitet.
  • Kühlen: Kühlen Sie die Einstichstelle mit einem kühlen Waschlappen oder einem Kühlpad.
  • Bleiben Sie ruhig: Hektik verstärkt die Reaktion im Körper.
  • Nicht kratzen: So schützen Sie die Haut vor zusätzlicher Reizung.
  • Geeignete Mittel verwenden: Gels oder Cremes aus der Apotheke können Juckreiz lindern.

Allergische Reaktion: Wann wird ein Wespenstich gefährlich?

Zu den Symptomen einer allergischen Reaktion zählen geschwollene Augen, ein geschwollenes Gesicht oder geschwollene Lippen sowie juckende Quaddeln am ganzen Körper. Auch Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall können auftreten. Heiserkeit und Atemnot sind ebenfalls Warnzeichen. In einem solchen Fall ist eine Abklärung bei einem*einer Ärzt*in nötig.

Allergischer Schock: Was ist hier zu tun?

Der allergische oder anaphylaktische Schock tritt umgehend nach dem Stich ein. Die Person atmet schwer, die Zunge und/oder der Rachen kribbelt und fühlt sich pelzig an, der Kreislauf sackt zusammen. Jetzt heisst es: Sofort die Notrufnummer 144 wählen. Die Fachkräfte behandeln die Person mit den entsprechenden Medikamenten und wenden die Erstickungsgefahr ab.

Wespenstich bei Babys und Kindern: Darauf sollten Sie achten

Schützen Sie Ihr Kind vor Wespen und handeln Sie richtig, wenn es doch gestochen wird. Carole Winiger-Candolfi ist Kinderärztin und erklärt die wichtigsten Verhaltensregeln.

Wie können Eltern Babys und Kinder vor Wespen schützen?

Grundsätzlich schützt lange Kleidung. Beim Essen im Freien sollten Sie keine Speisen oder Süssgetränke offen herumstehen lassen. Alles, was Wespen anlocken könnte, gilt es abzudecken. Liegt ein Baby in der Tragewanne, lohnt es sich, ein Moskitonetz darüber zu spannen.

Was tun, wenn ein Kind gestochen wird?

Das Kind weint vor Schmerz und vor Schreck. Umso wichtiger ist es, dass die Eltern ruhig bleiben. Kühlen Sie die Einstichstelle – am besten mit einem Stoffsäckchen, das mit Hirsesamen gefüllt ist. Kühlbeutel aus dem Tiefkühler sind oft zu kalt für Kinderhaut. Gegen das Jucken und zur Linderung einer leichten allergischen Reaktion helfen ausserdem Antihistaminika wie beispielsweise Fenistil-Gel oder Feniallerg-Tropfen. Bei einem Stich im Mund empfehle ich, einen Eiswürfel zu lutschen und eine*n Kinderärzt*in aufzusuchen.

Welche Erste Hilfe können Eltern leisten?

Bei Atemnot oder Atemproblemen gilt: Das Kind in eine sitzende Haltung bringen, beengende Kleidung (vor allem am Hals) lockern oder entfernen. Hat das Kind Kreislaufschocksymptome: Schocklagerung vornehmen – also das Kind zum Liegen bringen und die Beine hochlagern. Leidet es gleichzeitig an Atemnot, sollte sein Oberkörper möglichst aufrecht sein.

Wie erfahren Eltern, ob ihr Kind allergisch ist auf Wespenstiche?

Das lässt sich nicht bestimmen. Die Allergie kann plötzlich auftreten: Vielleicht zeigen sich beim ersten, zweiten und dritten Wespenstich gewöhnliche Symptome, aber auf den vierten Stich reagiert das Kind allergisch. Bei Bedarf empfehle ich, Ängste und Unsicherheiten mit einem oder einer Kinderärzt*in zu besprechen.

Das Wichtigste in Kürze: So behandeln Sie Wespenstiche bei Babys und Kindern

  • ruhig bleiben
  • Einstichstelle kühlen
  • Fenistil-Gel auftragen oder Feniallerg-Tropfen geben
  • bei allergischer Reaktion: Kinderärzt*in aufsuchen
  • bei allergischem Schock: Notrufnummer 144 wählen
Carole Winiger Candolfi, Kinderärztin mit eigener Praxis in Luzern.

Carole Winiger-Candolfi

Carole Winiger-Candolfi ist Kinderärztin und hat eine eigene Praxis in Luzern.