Wenn im Januar die Kindergartenkinder aus Igis Richtung Grüsch-Danusa aufbrechen, beginnt für über hundert Kinder eine Woche voller Abenteuer – und für die Kindergärtner*innen eine der intensivsten, aber schönsten Wochen des Jahres. Denn die Kindergartenskiwochen in Graubünden sind weit mehr als ein Schneesportprojekt. Sie sind ein Lernraum für Mut, Selbstvertrauen, Gemeinschaft und frühkindliche Entwicklung. Sie sind das Highlight des Jahres im Kindergarten – für Klein und Gross.
Denise Sinito ist Kindergärtnerin in Igis und seit fast zwanzig Jahren Teil der Skiwochen und erlebt jedes Jahr aufs Neue, wie viel diese Tage in den Kindern auslösen. Damit solche Erfahrungen nicht vom Elternhaus abhängen, engagiert sich ÖKK seit Jahren für die Kindergartenskiwochen.
Das Abenteuer startet
Schon die Busfahrt ist für viele Kinder ein kleines Abenteuer – für manche sogar die erste Busfahrt ihres Lebens. Was im Kindergartenalltag selten passiert, löst Neugier, Aufregung und Stolz aus. Bereits hier zeigt sich das Potenzial dieser Woche: Kinder tauschen sich aus, entdecken die Winterlandschaft und machen erste Schritte in neue Selbstständigkeit.
Im Skigebiet beginnt der Alltag im Schnee: vier Tage Skiunterricht und am Freitag das grosse Abschlussrennen. Dabei geht es nicht um Bestzeiten, sondern um Freude an der Bewegung, ums gemeinsame Erlebnis.
Die Kinder werden in Anfänger*innen und Fortgeschrittene eingeteilt. In den ersten Tagen wird flexibel gewechselt – damit kein Kind über- oder unterfordert wird. «Es ist unglaublich zu sehen, wie sehr diese Woche Sozialkompetenzen fördert», erklärt Denise Sinito . «Die Kinder sehen, dass andere etwas besser können – und lernen, dass das völlig okay ist. Und sie erleben, wie stolz man auf sich sein kann, wenn man etwas Neues geschafft hat.»
Lernmomente im Fokus
Es entstehen Lernmomente, die im Innenraum kaum reproduzierbar sind – pädagogisch besonders wertvoll:
Kooperation
Kinder helfen einander beim Aufstehen, richten die Handschuhe zurecht oder motivieren sich gegenseitig. Sie übernehmen Verantwortung, zeigen Empathie und handeln im Team – eine Schlüsselkompetenz im frühen Kindesalter.
Mut
Lift, Geschwindigkeit, Kinderland: Vieles wirkt am Anfang riesig. Die Ausrüstung ist zunächst ungewohnt und teils unbequem. Mut bedeutet für ein Kind nicht, angstfrei zu sein, sondern trotzdem loszufahren und sich auszuprobieren. In sicherer Begleitung lernen die Kinder, Herausforderungen anzunehmen und erleben Selbstvertrauen.
Frustrationstoleranz
Nicht jede Kurve gelingt. Manchmal ist es kalt, nass oder es gibt Stürze. Begleitet lernen Kinder, solche Momente auszuhalten – ohne aufzugeben. Das stärkt ihre emotionale Widerstandskraft.
Selbstwirksamkeit
«Kinder, die vorher noch nie auf Skiern standen, fahren nach einer Woche Ski». Diese Aussage von Denise Sinito fasst die Kraft der Kindergartenskiwochen in Graubünden perfekt zusammen. Wenn Kinder spüren, dass sie etwas Neues lernen können, wächst ihr Selbstvertrauen.
Quote
«Die Freude der Kinder motiviert auch uns Kindergärtner*innen weiterzumachen.»
Vielfalt erleben
Die Skiwoche zeigt, wie vielfältig die Lebenswelten der Kinder sind. Einige waren noch nie im Schnee, andere wissen nicht genau, was Skifahren ist. Viele Familien könnten ohne Unterstützung weder Ausrüstung noch Skipässe finanzieren.
Ein Erlebnis aus Denise Sinitos langjähriger Erfahrung bleibt unvergessen: «Ein Junge rief begeistert im Vorbeifahren an schneebedeckten Tannen "Karotten, Karotten!" – weil er die Tannenzapfen für Rüebli hielt».
Für ÖKK unterstreicht dies, wie wichtig solche Wochen für die kulturelle Teilhabe und Naturerfahrung sind. Frühkindliche Entwicklung bedeutet gemäss der Kindergärtnerin Denise Sinito nicht nur motorisches Lernen, sondern auch:
- Naturpädagogik: Schnee ertasten, Kälte spüren, Spuren entdecken
- Sprachentwicklung: neue Begriffe, neue Erlebnisse, Gespräche über das Gesehene
- Soziale Integration: Kinder aus verschiedenen Lebenssituationen erleben eine gemeinsame Woche Abenteuer, abseits vom normalen Kindergartenalltag
- Kulturelle Bildung: Wintersport als Teil der bündnerischen Tradition kennenlernen
Ein Gemeinschaftswerk
Skischuhe anziehen, Helme einstellen, trösten, Liftbegleitung, WC-Gänge, motivieren, beim Aufstehen helfen – und das hundertfach.
«Es ist sehr fordernd – aber wunderschön», resümiert Denise Sinito. Damit die Kindergartenskiwochen weiterhin stattfinden können, braucht es neben den engagierten Kindergärtner*innen viele Partner*innen:
- Schneesportlehrer*innen und Skischulen, die mit Leidenschaft unterrichten
- Sportshops, die die passende Ausrüstung unkompliziert bereitstellen
- Eltern, die tatkräftig täglich mithelfen
- und ÖKK, die diese Skiwochen seit Jahren zuverlässig unterstützt.
Ohne diese helfenden Hände wäre das Projekt nicht umsetzbar.
Am Freitag: Der grosse Moment des Stolzes
Das kleine Rennen am Freitag bildet den Höhepunkt der Woche. Eltern, Grosseltern und Kindergärtner*innen fiebern am Pistenrand mit und verfolgen jeden Schwung mit Stolz. Die Kinder zeigen, was sie in wenigen Tagen gelernt haben – manche schnell und mutig, andere ruhig und konzentriert, aber alle mit grosser Entschlossenheit.Freude und Stolz sind spürbar: Für viele Kinder ist dieses Rennen ein unvergesslicher Moment und der krönende Abschluss der Skiwoche, der ihnen zeigt, wozu sie fähig sind.
Warum die Skiwochen für ÖKK ein Herzensprojekt sind
Als Krankenversicherung ist es ÖKK wichtig, Kinder früh für Bewegung zu begeistern. Wer im Kindesalter positive Bewegungserfahrungen macht, bleibt später nachweislich aktiver – und damit gesünder. Als Krankenversicherung mit Wurzeln in Graubünden unterstützt ÖKK gerne die Tradition des Skifahrens und Langlaufs in Graubünden. So ermöglicht ÖKK seit 2001 gemeinsam mit den Schneesportschulen, dass
- bis zu 1’200 Kindergartenkinder in Graubünden pro Jahr teilnehmen.
- Ausrüstung und Unterricht bezahlbar bleiben.
- alle Kinder – unabhängig vom Familienbudget und familiären Interessen – Zugang zum Schneesport erhalten.














