Ein Spitalaufenthalt bedeutet für viele Menschen vor allem eins: aus dem eigenen Alltag herausgelöst zu werden. Der Ansatz von hospital@home geht einen anderen Weg. Statt im Spitalbett bleiben Patient*innen in ihrem gewohnten Zuhause, schlafen im eigenen Bett, erleben den Tag im vertrauten Umfeld und erhalten dennoch eine medizinische Behandlung. Ermöglicht wird das durch ein neues, integriertes Versorgungsmodell, das das Kantonsspital Graubünden gemeinsam mit ÖKK testet.
Pilotphase hospital@home im Überblick
Zeitraum: März 2026 bis Februar 2028
Region: Chur und Umgebung
Zielgruppe: Exklusiv für ÖKK Versicherte
Kosten: Die Behandlung gilt als stationär und wird während der Pilotphase von ÖKK übernommen.
Was bedeutet hospital@home?
Der Name ist Programm: hospital@home bringt die stationäre Spitalbehandlung in die eigenen vier Wände – ohne Qualitätsverlust, mit strukturierten Abläufen und kontinuierlicher medizinischer Betreuung.
Ein spezialisiertes Team aus Ärzt*innen und Pflegefachpersonen betreut die Patient*innen persönlich vor Ort, unterstützt durch digitale Lösungen. Diagnostik, Therapie und Überwachung erfolgen nach denselben medizinischen Standards wie im Spital.
So funktioniert hospital@home: Weg zur Spitalbehandlung zu Hause
Bevor die Spitalbehandlung zu Hause beginnen kann, werden die Patient*innen zunächst im Spital sorgfältig untersucht, diagnostiziert und medizinisch beurteilt. Gemeinsam mit den behandelnden Fachpersonen wird anschliessend entschieden, ob hospital@home für die persönliche Situation geeignet ist. Ist dies der Fall, kehrt der Patient oder die Patientin nach Hause zurück und die stationäre Behandlung wird dort nahtlos fortgesetzt.
Ab diesem Zeitpunkt übernimmt das hospital@home-Team des Kantonsspitals Graubünden die Betreuung. Der Ablauf orientiert sich am Spitalalltag und bleibt gleichzeitig persönlich: Ärzt*innen und Pflegefachpersonen kommen täglich zur pflegenden Person nach Hause, führen Visiten durch, überwachen Ihre Vitalwerte, verabreichen Medikamente und planen die nächsten Behandlungsschritte. Auch diagnostische Untersuchungen gehören dazu (etwa Ultraschall- oder EKG-Kontrollen). Infusionen, Medikamente und medizinische Geräte werden direkt zu Hause eingesetzt.
Zwischen den Terminen bleibt Raum für Ruhe und Erholung in der vertrauten Umgebung – ein Aspekt, den viele Patient*innen als besonders entlastend empfinden und der im Spitalalltag oft zu kurz kommt.
Ergänzt wird die persönliche Betreuung durch eine digitale Anwendung: Über eine App kann man sehen, wer wann zu Ihnen kommt, wird über Änderungen informiert und man kann bei Bedarf direkt mit dem medizinischen Fachpersonal Kontakt aufnehmen – telefonisch oder per Nachricht, je nach Dringlichkeit.
Auch die Hausärztin oder der Hausarzt wird informiert und frühzeitig in die weitere Behandlung eingebunden.
Wichtig zu wissen: hospital@home ist keine ambulante Lösung, sondern eine vollwertige Alternative zum stationären Spitalaufenthalt.
Für wen ist hospital@home geeignet?
hospital@home richtet sich zum Start an Menschen mit häufigen internistischen Erkrankungen, die normalerweise stationär im Spital behandelt werden. Dazu zählen unter anderem:
- Lungenentzündungen
- Harnwegsinfektionen
- Divertikulitis
- akute Verschlechterung einer COPD
- Wundinfektionen
- Verschlechterung einer Herzschwäche
- weitere Infektionen und entzündliche Erkrankungen.
Diese Krankheitsbilder sind medizinisch gut etabliert und lassen sich zuverlässig begleiten. Das schafft Sicherheit – sowohl für Patient*innen als auch für das Behandlungsteam.
Erfahrungen mit vergleichbaren hospital@home-Modellen aus dem Ausland zeigen zudem: Viele stationäre Behandlungen lassen sich auch im häuslichen Umfeld sicher durchführen. Die Intensivmedizin bleibt dabei die Ausnahme.
Entscheidend für eine Behandlung mit hospital@home ist nicht allein die Diagnose, sondern immer die individuelle Situation. Deshalb wird sorgfältig geprüft, ob dieses Versorgungsmodell für jemanden geeignet ist. Voraussetzung sind unter anderem eine stabile häusliche Infrastruktur (z. B. Strom, Heizung und ein hygienisches Umfeld) sowie eine gewisse Selbstständigkeit oder entsprechende Unterstützung im Alltag.
Sollte sich der Zustand verändern, ist jederzeit eine Rückkehr ins Spital möglich.
Kosten und Rolle von ÖKK
ÖKK unterstützt hospital@home als zukunftsorientiertes Spitalersatz- und Versorgungsmodell für Graubünden – nah an den Menschen und angepasst an regionale Gegebenheiten.
Die Behandlung ist über die Grundversicherung gedeckt. Während der Pilotphase gilt hospital@home als stationäre Spitalbehandlung und wird vollständig von ÖKK übernommen (abzüglich Franchise, Selbstbehalt und Spitalkostenbeitrag
Ihre Vorteile auf einen Blick
Eine Spitalbehandlung zu Hause verändert nicht die medizinische Qualität, sondern vor allem das Erleben der Situation. Viele Menschen fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung ruhiger und sicherer. Der Schlaf ist oft erholsamer, der Alltag vertrauter.
Gleichzeitig reduziert sich das Risiko für zusätzliche Infektionen, wie sie im Spital auftreten können. Auch belastende Begleiterscheinungen wie Verwirrtheitszustände («Delirium») bei älteren Menschen treten seltener auf.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich im sozialen Umfeld: Angehörige bleiben näher eingebunden und können einfacher unterstützen.
Nicht zuletzt profitiert auch das Gesundheitssystem: Spitäler werden entlastet, Ressourcen gezielter eingesetzt. Erste Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten deuten darauf hin, dass hospital@home kostenneutral oder sogar kostensenkend wirken kann.
Erfahren Sie im Podcast mehr über hospital@home aus Sicht der Projektverantwortlichen. Projektleiter Gregory Fretz (Kantonsspital Graubünden) und Sarah Langenauer, Leiterin Leistungen stationär bei ÖKK:
Ein Projekt mit Zukunft
hospital@home startet als Pilotprojekt mit einem klaren Ziel: herauszufinden, wie sich dieses Modell nachhaltig in die Gesundheitsversorgung integrieren lässt.
Während der Projektphase werden systematisch Erkenntnisse zur medizinischen Qualität, zur Zufriedenheit der Patient*innen und zu Kosten und Effizienz gesammelt. Sie bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung.
Schon heute zeigt sich jedoch, welches Potenzial in hospital@home steckt: Medizin findet nicht mehr nur im Spital statt, sondern rückt näher an den Alltag und das persönliche Umfeld der Menschen. Die Behandlung wird damit individueller, greifbarer und für viele auch beruhigender.
Genau hier setzt das Engagement von ÖKK an. Als Krankenversicherung mit Wurzeln in Graubünden versteht ÖKK Gesundheitsversorgung nicht nur als Aufgabe, sondern als Verantwortung, die Gesundheitsversorgung aktiv mitzugestalten, nah an den Menschen, verlässlich und zukunftsorientiert.
hospital@home steht exemplarisch für neue Wege in der Medizin: persönlich, qualitativ hochwertig und dort, wo sich viele Menschen am wohlsten fühlen.





